Audiobericht über das kommende Adventsnightfever
The Joshua Camp - the catholic church serving london 2012
Die Katholische Kirche bei den Olympischen Spielen in London 2012
Weiterführender Link: catholic-community.org.uk
Nightfever beim Katholikentag 2012
(Eine Berichterstattung über den Katholikentag in Mannheim 2012 von Christoph Heckeley, Pressesprecher des Erzbistums Köln)
Weiterführender Link: www.kiz-koeln.de
Zwei Früchte des Weltjugendtages: Nightfever und Youcat
Weiterlesen...Der Jugendkatechismus „YOUCAT“ bietet klare Antworten zum katholischen Glauben / Von Kardinal Joachim Meisner
Weiterführender Link: www.kiz-koeln.de
Nachbericht der Mittelbayerischen Zeitung über das Jubiläums-Nightfever am 7. Juli 2012.
Weiterführender Link: www.mittelbayerische.de
Interview von Kpl. Andreas Süß mit Reinhard Kard. Marx für Radio Horeb auf dem Katholikentag 2012 in Mannheim
Weiterlesen...Kardinal Marx (Erzbistum München-Freising) über Nightfever, eucharistische Anbetung, Sakrament der Versöhnung und den Eucharistischen Weltkongress 2013 in Köln.
Weiterführender Link: www.horeb.org
Fünf Jahre Nightfever im Kölner Dom
Weiterführender Link: www.medien-tube.de
Nachbericht auf der Website des Bistums Regensburg über das Nightfever am 17. Dezember 2011.
Weiterführender Link: www.bistum-regensburg.de
Aus der "Mittelbayrischen Zeitung"
(FAZ) Für den Erfurter Bischof Joachim Wanke und viele andere Christen ist der anstehende Papstbesuch ein „Jahrtausendereignis“: Wie das Eichsfeld und die Bischofsstadt Erfurt versuchen, den Glauben hochzuhalten.
Weiterlesen...Vor Markus ist niemand sicher, jedenfalls nicht an diesem Abend. Mit Glatze, schwarzem T-Shirt und Turnschuhen steht er mitten in der Erfurter Fußgängerzone. In der Hand hält er einen Beutel Teelichte. Auf seinem breiten Rücken prangt der Satz: „Öffnet Eure Herzen für Christus“. Gesang schallt über die Mauer des Kirchhofs.
„Nightfever“ heißt die Veranstaltung, zu der Markus mit zwei weiteren Straßenkämpfern jeden einlädt, der an diesem lauen Spätsommerabend zwischen Anger und Fischmarkt unterwegs ist. Das händchenhaltende Pärchen in Abendgarderobe nicht weniger als die Mädchentruppe, die um einen luftballondekorierten Bollerwagen drapiert Junggesellenabschied feiert. Es dauert nicht lange, und die Braut entschwindet samt Gefolge und einem Teelicht von Markus in der Hand in die Kirche. An rund fünfzig Leuten jeden Alters vorbei durch den Mittelgang, das kleine Feuer neben den vielen Dutzenden anderen auf den Stufen abgestellt, dann zu dem Mann mit den breiten, fast bodenlangen Bändern um den Hals, der gerade jemandem anderen die Hände aufgelegt hat, und jetzt hinaus.
Als Joseph Kardinal Ratzinger, der heutige Papst, im April 1999 zum letzten Mal Erfurt besuchte, gab es „Nightfever“ noch nicht. Die Aktion entstand erst kurz nach dem Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005. Von Bonn aus hat sich das offene, von jungen Erwachsenen getragene Nachtgebet an Bischöflichen Jugendämtern und den etablierten Jugendverbänden vorbei graswurzelartig ausgebreitet. Doch schon in den neunziger Jahren hätte der gestrenge Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre in Erfurt andere Versuche in Augenschein nehmen können, in einer weitgehend entchristlichten Umwelt Zeichen der Gegenwart Gottes unter den Menschen zu setzen.
Kernland der Reformation
Das mitternächtliche Weihnachtslob etwa, zu dem sich im Erfurter Dom seit 1988 Tausende versammeln, die mit einer katholischen Christmette nichts anfangen können; oder die Feier der Lebenswende, die Jugendlichen, die nicht getauft sind, eine religiös grundierte Alternative zur DDR-nostalgischen Jugendweihe bietet. Doch von alldem wollte Kardinal Ratzinger im Jahr 1999 nichts wissen. Damals feierte er in Weimar auf Einladung des Vereins „Pro Missa Tridentina“ einen Gottesdienst in lateinischer Sprache und in jenem alten Ritus, den er als Papst Benedikt XVI. im Sommer 2006 vollumfänglich rehabilitieren sollte. Nicht erst 2006, sondern auch 1999 herrschte in Erfurt allgemeine Verwunderung.
Doch das ist mittlerweile Geschichte. Denn an wahrscheinlich keiner Station seines Besuches werden sich so viele gespannte Blicke auf den Mann in Weiß richten wie während seines Besuches in Thüringen. Da sind die, die wie der frühere Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) den Papst schon vor Jahren nach Thüringen eingeladen haben, auf dass er dort ein Zeichen der Anerkennung setze für die Lebensleistung der vielen Christen, Katholiken eingeschlossen, die sich in der DDR mehr als vierzig Jahre der kommunistischen Diktatur widersetzt haben. Zum Fall der Mauer haben die Christen im Verein mit den Bürgerrechtlern mehr beigetragen als alle anderen. Bis heute tragen sie in Mitteldeutschland in so großer Zahl politische Verantwortung, dass man kaum auf die Idee käme, dass im Kernland der Reformation heute kaum noch zwanzig Prozent der Bevölkerung der evangelischen Kirche angehören - von den weniger als fünf Prozent Katholiken ganz zu schweigen. Auf dem Flughafen Erfurt wird Papst Benedikt von Christine Lieberknecht begrüßt werden, einer evangelischen Pfarrerin, die es nach der Wende in die Politik verschlug und die seit zwei Jahren Ministerpräsidentin des Freistaats ist. 1982 hatte sie ihr Studium der Theologie mit einer Diplomarbeit abgeschlossen, in der es auch um das wissenschaftliche Werk Joseph Ratzingers ging.
Zur Teilnahme an der „Marianischen Vesper“ am Freitagabend haben sich kaum weniger angemeldet als für den Gottesdienst, den der Papst am Sonntag in Freiburg halten wird. Stattfinden wird das Abendgebet indes nicht in Erfurt, sondern im Schatten der kleinen Wallfahrtskapelle Etzelsbach mitten im Eichsfeld, dem einzigen geschlossen katholischen Siedlungsgebiet in Mitteldeutschland.
Gespür für die Veränderungen der religiösen Landschaft
Was in der Gegenreformation von Jesuiten grundgelegt wurde und im Kulturkampf im 19. Jahrhundert dem Überleben diente, ist auch nach zwanzig Jahren Bundesrepublik dort noch lebendig: eine auch in der Öffentlichkeit weitgehend von Laien getragene Frömmigkeit. Sie findet ihren Ausdruck in zahllosen Prozessionen und den vielen, oft erst nach 1945 entstandenen Wallfahrten, in der „Wochensuppe“ für die im Kindbett liegende Mutter und dem „Hinläuten“ und dem Rosenkranzgebet nach dem Tod eines Mitglieds der Dorfgemeinschaft. Josef Pilvousek, der Erfurter Kirchenhistoriker, weiß aus eigenem Erleben, wovon er spricht. Als sudetendeutsches Flüchtlingskind ist er im Eichsfeld groß geworden. Bis heute erkennt er seine Landsleute an der Mundart, und wer in der Rede vom „gelobten Land“ Ironie heraushören möchte, der geht gründlich fehl - denn die Gastfreundschaft in dem mit Wurst und Schmand gesegneten Landstrich im Dreieck von Thüringen, Niedersachsen und Hessen ist noch heute legendär.
Nicht nur für das Bistum Erfurt ist der Besuch des Papstes ein „Jahrtausendereignis“, wie der Erfurter Bischof Joachim Wanke formuliert, auch für das Eichsfeld. Freilich hat Wanke, der seit 1981 an der Spitze der Kirche von Erfurt steht und der mit Abstand dienstälteste Diözesanbischof in Deutschland ist, auch ein mahnendes Wort bereit: „Der Papst kann ruhig ein paar lobende Worte sagen, aber nicht zu viele:“ Auch im Eichsfeld lösen sich die traditionellen Bindungen an die Scholle und die Familien. „Früher reichte es aus, dagegen zu sein, heute muss man für etwas sein“, sagt der ebenso hochgebildete wie in Auftreten und Lebensweise bescheidene Bischof, der wie kein zweiter in Deutschland ein Gespür für die Veränderungen der kirchlichen und religiösen Landschaft hat.
„Ich muss wieder an die Front“
Ob auch die Begegnung des Papstes mit den Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Jahrtausendereignis werden wird, steht indes dahin. Immerhin war es Papst Benedikt selbst, der im Februar mit einem Brief an den EKD-Ratsvorsitzenden Schneider alle Planungen über den Haufen war. Er wolle der Begegnung mit der EKD im Land der Reformation einen „stärkeren ökumenischen Akzent“ geben, ließ der Papst wissen. Doch worin dieser außer Ansprachen des Papstes und der EKD-Präses Katrin Göring-Eckardt sowie der Feier eines Wortgottesdienstes an historischer Stelle besteht, nämlich jenem Augustinerkloster, in dem einst der Mönch Martin Luther gelebt hat, weiß derzeit niemand zu sagen - auch nicht, ob der Papst versuchen wird, dem theologischen Gespräch über alles Kirchentrennende neuen Schwung zu geben. Johannes Paul II. hatte seinen ersten Besuch in Deutschland im November 1980 dazu benutzt, ein wegweisendes ökumenisches Forschungsprojekt auf den Weg zu bringen. An dessen Ende stand die Feststellung, dass die wechselseitigen Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts den heutigen Gesprächspartner nicht mehr träfen. 15 Jahre später, im Jahr 1995, veröffentlichte Papst Johannes Paul II. das bislang erste Lehrschreiben eines Papstes über die Ökumene, die Enzyklika „Ut unum sint“. Der Papst aus dem Land der Reformation hat sich diese Agenda seines Vorgängers bislang nicht zu eigen gemacht.
Doch gleich, ob es eine „Erfurter Rede“ zur Ökumene geben wird oder nicht, und gleich, wie der Papst die Katholiken in Mitteldeutschland ermuntern wird, das Evangelium auch weiterhin „auf den Leuchter zu stellen“ (Wanke) - vieles wird nach dem Besuch Benedikts XVI. so sein wie zuvor: die Mehrzahl der Thüringer auf eine eher freundliche als aggressive Art an Religion im Allgemeinen und Kirche im Besonderen desinteressiert, das Bistum Erfurt ein Experimentierfeld für neue Formen christlich-spiritueller Präsenz in einer weitgehend entchristlichTen Umwelt und eine beachtliche Zusammenarbeit der Konfessionen auf dem Feld von Caritas und Diakonie.
Auch „Nightfever“ wird weitergehen, und das an jedem ersten Samstagabend eines Monats. Ein neues Grüppchen taucht vom Anger her auf. Markus, der Mann mit der Glatze und den Teelichten, verabschiedet sich: „Ich muss wieder an die Front.“ Dort, in der Erfurter Fußgängerzone, wird er auch heute Abend stehen. Dann wird der Papst in Erfurt sein. Vielleicht kommt er ja vorbei und lässt sich beschenken.
Weiterführender Link: www.faz.net
(FOCUS Magazin Nr. 38/11) Ganz Erfurt ist von Heiden bewohnt. Ganz Erfurt? Nein – einige unbeugsame Katholiken setzen sich dort beharrlich für ihren Glauben ein und hoffen nun auf neue Kraft durch den Gast aus Rom
Weiterlesen...Darf ich Ihnen eine Kerze schenken? Sie sind herzlich eingeladen, in die Kirche zu kommen.“ Markus Friese steht in der Erfurter Innenstadt vor der katholischen Lorenzkirche und geht auf Passanten zu. Wenn der 39-Jährige angeraunzt wird, lächelt er und wünscht einen schönen Abend. Einzelkämpfer zu sein kennt er noch aus der DDR, als er sich nachmittags heimlich zum Religionsunterricht schleichen musste.
In der Fußgängerzone bleiben heute aber viele stehen. Das Kirchenschiff ist mit Kerzen beleuchtet. Ein Chor singt Lieder, die auch Protestanten kennen und die Atheisten nicht gleich verschrecken, weil sie zeitgemäßer sind als das, was das Gotteslob hergibt. Auf dem Altar steht die Monstranz mit der Hostie, dem Allerheiligsten – für Katholiken der gegenwärtige Leib Christi. Langsam füllen sich die Reihen. Manche knien oder sitzen nebeneinander, beten, kommen zur Ruhe. Andere schauen sich nur um. Einige bringen ihre Kerze zum Altar, sprechen mit einem Priester oder lassen sich segnen. Jeder kommt und geht, wann er will.
Nightfever heißt die Gruppe von 20 jungen Leuten, die seit fünf Jahren an jedem ersten Samstag im Monat die Tür zur Kirche öffnet. Einer von ihnen ist René Schmücking. Sein Vater war Grenztruppenoffizier der DDR. Zwischen „parteitreuem Personal“ wuchs er ohne Religion auf. Heute ist René romtreuer Katholik. „Das ist für meinen Vater immer noch das Schlimmste, was es gibt“, sagt er.
So denken einige in der Stadt, die Papst Benedikt XVI. am Freitag besucht. Zwar stehen 77 Kirchen in der 200 000-Einwohner-Stadt. Aber das einstige „Thüringische Rom“ ist Heidenland: Nur ein Drittel der Bevölkerung im Bistum sind Christen, knapp sieben Prozent römischkatholisch.
„Erfurt braucht keinen Papst“ steht an Laternenpfählen. Kritiker ereifern sich in den Medien über Hexenverbrennungen und Inquisition im Mittelalter. 40 Jahre sozialistischer Diktatur ohne Religionsunterricht, in der die Partei die „Verbrechen des Klerus“ predigte, wirken nach.
Die Schimpftiraden seien Einzelmeinungen, glaubt Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). „Die meisten Erfurter betrachten das Ereignis nüchtern. Selbst für die, die wenig damit am Hut haben, ist es ein Staatsbesuch in einer Größenordnung, wie man ihn selten erlebt“, sagt der Protestant. So viel Wirbel war nie. Auch nicht, als US-Präsident Barack Obama vor zwei Jahren am Flughafen umstieg.
Die 28 000 Karten für die Papst-Messe auf dem Domplatz am Samstagmorgen sind vergeben. Wenn die Stadt am Wochenende von Pilgern belagert wird, darf sich Grenzoffiziers-Sohn René Schmücking einmal als Teil einer Mehrheit fühlen. Im Alltag freilich hat er in der Diaspora mit Angriffen zu rechnen. Als die Missbrauchsfälle aufgedeckt wurden, bei denen auch katholische Priester Täter waren, musste er sich von einem Arbeitskollegen fragen lassen „Bist du auch so einer?“, weil er selbst in der Jugendarbeit aktiv war. Ein anderer warf ihm an den Kopf: „Alle Katholiken sind Kinderschänder.“
Überall wird er wegen seines Glaubens attackiert: in der Arbeit, bei Freunden, bei den Eltern. Dann muss er erklären, dass der Papst nicht einfach gegen Kondome, sondern für einen anderen Umgang mit Sexualität ist. Er muss sich entschuldigen, sonntags nicht beim Frühstück, sondern in der Messe zu sitzen. Er muss sich rechtfertigen für seine Entscheidung, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten. So konsequent lebt er seinen Glauben. Wegen Renés Enthaltsamkeit verließ ihn sogar seine katholische Freundin.
Vielleicht erklärt er deshalb so geduldig, weil er die Vorurteile alle kennt – früher hat er sie selbst vertreten. Aus einer Sinnsuche in der Pubertät und vielleicht auch Opposition gegen das Elternhaus wuchs sein Glaube im Laufe der Jahre durch persönliche Erfahrungen. Den letzten Ausschlag gab ein Freund, der durch den Glauben den Weg aus der Drogensucht gefunden hatte.
Schmücking – ein ostdeutscher Paulus will seine Erfahrung anderen Menschen in seiner Heimat weitergeben. Weil die dort nicht immer durch eine bewusste Entscheidung gegen, sondern auch durch mangelnden Kontakt mit der Kirche konfessionslos sind. „Alles, was ich machen kann, ist, meiner Umwelt über einen freundlichen und offenen Umgang zu zeigen, was es heißt, Christ zu sein.“ Er strahlt Ruhe aus, wenn er das sagt und wirkt reifer, als sein Alter glauben macht. Er wolle nicht argumentieren, sondern setze auf die Präsenz Gottes in der eucharistischen Anbetung. „Ich erhoffe mir von Nightfever, dass die Menschen Gott begegnen. Dass sie merken, es gibt jemanden, der über allem steht und der sie persönlich kennt. Mit ihren Schmerzen, Sorgen, aber auch ihrer Freude und allem, was sie glücklich macht.“
Schmücking ist einer von denen, die Nightfever nach Erfurt gebracht haben. Das Fieber, das ihn und andere junge Katholiken ergriffen hat, hat Papst Benedikt selbst entzündet: Als er beim Weltjugendtag 2005 in Köln eine Million Jugendliche begeisterte. „Bildet Gemeinschaften aus dem Glauben heraus. In den letzten Jahrzehnten sind Bewegungen und Gemeinschaften entstanden, in denen die Kraft des Evangeliums sich lebendig zu Worte meldet“, sagte er in der Abschlusspredigt. Einige folgten dem Aufruf. Sie wollten die Freude des Weltjugendtags weitertragen. Wenig später fand der erste Nightfever-Abend in Bonn statt. 27 symbolische Flammen zeigen auf der Karte der Homepage, dass der Funke übergesprungen ist.
Nightfever ist eine von vielen neuen geistlichen Gemeinschaften, die katholische Kirche von unten einfach leben. Die jungen Menschen tun dies aus einer tiefen Überzeugung. Minderheit fordert Bekenntnis. „Wir erleben eine renouveau catholique in der deutschen Jugend, keine Frage“, sagt der römische Kardinal Walter Brandmüller. „Während der Apparat vor sich hinklappert, entfaltet sich das neue katholische Leben außerhalb der Organe und Strukturen in spontanen Ausbrüchen von Glauben.“ Obwohl den Volkskirchen die Mitglieder davonlaufen und während deutsche Theologen über Zölibat und Frauenpriestertum streiten, gelingt es Nightfever, dass Katholiken, Protestanten und Atheisten unter einem Kirchendach sitzen.
Am Ende des Abends stehen 185 Kerzen an den Altarstufen. Die Nightfever-Truppe hofft, Benedikt möge das Feuer aus Köln neu anfachen. So wartet also doch jemand in Erfurt auf den Papst – und braucht ihn gerade dort.
Weiterführender Link: www.focus.de
Nachbericht der Sonntagszeitung über das Nightfever am 9. Juli 2011
Nachbericht der Sonntagszeitung über das Nightfever am 9. Juli 2011
Videobericht des TVA über das Nightfever am 9. Juli 2011
Nachbericht auf der Website des Bistums Regensburg über das Nightfever am 9. Juli 2011.
Weiterführender Link: www.bistum-regensburg.de
Nachbericht der Mittelbayerischen Zeitung über das Nightfever am 9. Juli 2011
Ankündigung Nightfever in der Mittelbayerischen Zeitung
in Stimmen der Zeit, Ausgabe 7/2010 - Seite 441
von Matthias Seelmann
[...]
Einen sehr entschiedenen und extrovertierten Schritt geht die jugendliturgische Initiative "Nightfever", gegründet von dem damaligen Kölner Seminaristen Andreas Süß als Reaktion auf den Weltjugendtag 2005 (‹www.nightfever-online.de›). Hier handelt es sich um das, was man früher einfach "Liturgische Nacht" genannt hätte. Allerdings weist der Flyer von "Nightfever Köln" verborgen bereits darauf hin, daß man es hier mit einem liturgischen Event großen Ausmaßes und besonderer Professionalität zu tun hat: Hinten auf dem Prospekt stehen die Werbelogos einer Firma für Show- und Veranstaltungstechnik sowie einer Kerzenfabrik. Tatsächlich wird bei "Nightfever" beides gebraucht und intensiv eingesetzt. "Nightfever" verwandelt die großen Kirchen und Kathedralen von mittlerweile über 20 Städten in ein nächtliches Lichter- und Kerzenmeer. Im Mittelpunkt der oft stundenlangen Treffen steht die eucharistische Anbetung. Die Möglichkeit dieser intimen Begegnung mit Gott wird von folgenden Elementen umrahmt, erleichtert und inspiriert: einem andauernden Musikteppich sakraler Instrumentalität; dem Einspielen von Psalm- und Bibelversen; der Möglichkeit von Beichtgesprächen und von priesterlichen Segnungen; dem Initiieren von fürbittendem Gebet; dem Besuch von Workshops und Gesprächsrunden, den sogenannten Glaubens-Talks. Eine besondere Note liegt in einem aktivierenden Element: Während des "Nightfevers" gehen die jugendlichen Teilnehmer/innen nach draußen und laden die Passanten und Touristen ihrer Stadt in "ihre" Kirche ein, um dort einige Minuten zu verweilen, den ästhetisch verfremdeten Kirchenraum zu kontemplieren, Kerzen anzuzünden oder ähnliches.
In der Zusammenschau all dieser Module kann die Initiative "Nightfever" unschwer als ein Kind des "iconic turn" gesehen werden, in dem die religiösen Performanzbedürfnisse junger Leute entschlossen bedient werden. Dabei überrascht mehreres: Einerseits, daß die doch leicht zu erkennende Kirchen-, Eucharistie- und Klerikerfokussierung der Veranstaltung nicht dazu führt, den sonst doch schnell einrastenden kirchenorganisatorischen Reflex einer Ablehnung der modernen Kulturtechniken zu aktivieren. Im Gegenteil: "Nightfever" nutzt das volle Spektrum der modernen Eventkultur, also etwa der Mechanismen der Raumverzauberung im Sinn liturgischen "cocoonings", der simulativen Benutzerführung, der Stimulation kulturellen Konsums, der Suggestion gemeinsamer inhaltlicher Fokussierung, der Reduzierung diskursiver zugunsten sphärischer Selbstvergewisserung, der Inszenierung von Prominenz, der PR-Techniken des branding usw.20 Zweitens überrascht, wie attraktiv offensichtlich genau diese Kombination von popkulturell anschlußfähiger christlich-konservativer Religiosität bei den Jüngeren ist. Es ist gar nicht abzustreiten, wie erfolgreich "Nightfever" agiert, wenn man pastoralen Erfolg einfach einmal als gelungene Mobilisierung der Zielgruppe faßt. Diese liturgische Form füllt die Dome dieses Landes, zeigt eine enorme Attraktivität des - mitunter faktisch bereits ausgestorbenen - Gestus der Anbetung, spiegelt eine ganz unverhohlene Popularität des sich vorwiegend sakramental inszenierenden Priesters und demonstriert einen echten jugendlichen Unwillen an allzu akzentuiert kognitiven und gruppendynamischen Glaubenszugängen.
Auch wenn sich kritische Nachfragen an das Konzept aufdrängen - etwa zum Thema Partizipation, Diakonie oder Kirchenbild -, ist doch festzuhalten, daß im erfolgreichen Setting "Nightfever" ganz wichtige Lernherausforderungen der Jugendpastoraltheologie liegen, die zu übergehen bedeutet, ein offenbar ganz dringendes Bedürfnis junger Leute nach religiöser Sicherung ihrer biographischen Kontingenzerlebnisse zu ignorieren. Natürlich werden hier zentrale Erfordernisse einer Jugendpastoral, etwa der Würzburger Synode, nicht bedient. Es geht nicht um reflektierte Gruppen, nicht um Selbstorganisation, nicht um diskursives Offenhalten von Glaubenswahrheiten, nicht um diakonal-politische Effekte, nicht um Bildung usw. All diese jugendpastoralen Errungenschaften werden durch "Nightfever" - und durch verwandte Phänomene wie "Jugend 2000" oder "Generation Benedikt" (‹www.generation.benedikt.de›) - nicht entwertet, wohl aber provoziert. Die Debatte steht ins Haus, wie konstitutiv jugendliche Bedürfnisse auch dann für die jugendpastorale Theorie sind, wenn sie die herkömmlichen Diagnosen und Standardunterstellungen dauerhaft befremden.
[...]
Weiterführender Link: www.stimmen-der-zeit.de
Priesternachwuchs - Durst nach Gottes Wort
Weiterlesen...in: Rheinischer Merkur Nr. 22, 03.06.2010
Die Kirche soll keine „Sinndeutungsagentur“ unter vielen sein, sondern Antworten auf die Fragen des Lebens geben. Ein junger Kaplan erzählt, warum er sich für die Weihe entschieden hat.
von Andreas Süß
[...] Unsere moderne Welt scheint das Fragen nach ewigen Wahrheiten und unbedingten Werten vergessen zu haben. Zwar ist die Kirche auch heute durchaus geschätzt, allerdings als eine „Sinndeutungsagentur“ unter vielen, und die Anwesenheit des Priesters ist gesellschaftlich erwünscht, doch seine Worte entwickeln keine Kraft. Sie verlieren sich weithin in freundlich-wohlmeinender oder höflich-distanzierter Konversation.
Zusammen mit anderen jungen Menschen habe ich nach dem Weltjugendtag 2005 das Projekt „Nightfever“ ins Leben gerufen. Inzwischen ist dieser Abend mit viel Atmosphäre, Gesängen, Texten, Gebeten, Kerzen und Klängen eine Bewegung geworden. „Nightfever“ findet in über 20 Städten im In- und Ausland statt. Tausende nehmen daran teil. Immer wieder darf ich dabei erleben, dass Menschen, die über viele Jahre nicht mehr in Kontakt mit der Kirche waren, neue Wege auf Christus zu finden und sich von seiner Barmherzigkeit und der Gnade Gottes im Gespräch mit den Priestern beschenken lassen. Passanten, die wir spontan auf der Straße einladen, eröffnet sich ein Raum, in dem Christus wirken kann. Diese Erfahrung, als Priester gebraucht zu werden, war für mich entscheidend in der letzten Prüfung meiner Berufung zum Priester. [...]
Weiterführender Link: www.merkur.de
Der katholische Fernsehsender EWTN hat einen sehr guten, etwa zehnminütigen Film über Nightfever im Kölner Dom und in St. Remigius/Bonn gedreht und uns zur Verfügung gestellt.
Mittelbayerische 22.12.2003 Regensburger Stadtteil
Über die NOK, "Nacht der offenen Kirche", (Vorgänger von Nightfever in Regensburg)
"Myriaden von jungen Leuten liefen, zurechtgemacht und tanzbereit, durch den Samstagabend der Altstadt - an den Kirchen vorbei. Aber drinnen war es ja trotzdem voll! Auf den Stufen der Stiftskirche St. Johann flackerten Kerzen. "Kommt & seht" stand auf dem blauen Transparent über der Tür. Drinnen hörte man einen gemischten jungen Chor zur Gitarre: "Sing Halleluja". Wenn Hoffnung ist, dann sieht sie so aus. "Jesus will come to us again", folgte noch mit schönen hellen Stimmen. Die Tür zum Beichtstuhl war geöffnet."
Auszug aus der Presse, MZ 29.06.2002: